Tagebuch

Diese Seite wird nicht so gepflegt werden, wie es ein gut geführtes Reisetagebuch sein könnte.
Das entsteht parallel noch in klassischer Form, also mittels Stift und Papier, in Wort und Skizze.

Engelauswahl!

Aus dem Fundus der Skizzen zu wählen war schon schwierig, darüber habe ich lange gesessen. Aber aus Wegeengel auswählen? Manche ins Licht stellen und andere nach hinten rücken? Mit jedem Namen ist eine ganz besondere Geschichte verbunden: manche würde man begeistert, andere nur mit gebrochener Stimme erzählen können. Die Wegeengel, sie alle stehen in einer Kette, jeder kostbar, jeder hat Anteil am Weg.

Aber dies hier ist nicht das Forum, dem gerecht werden zu wollen. So wie ich nicht alle Skizzen einstelle, stelle ich nicht alle Hände ein, die die Schühchen, die Idee, und damit auch mich hielten. Wie das Tagebuch so auch hier: nur angedeutet, an einem anderen Ort in seiner Fülle und Tiefe sicher verwahrt.

wegeengel

In der Kathegorie Zagreb – Meran flattern später ein paar Fotos der schühchenhaltenden Hände einiger Wegeengel ein. Hier im Tagebuch stellvertretend für ihren Stand nur das Handfoto des im Tagebuch bereits genannten Wegeengels: Rosalina.

Skizzenauswahl

Eine Auswahl zu treffen, das war wirklich schwierig! Gezählt habe ich sie nicht, aber es sind weit mehr als 400 Kärtchen geworden, beidseitig bekritzelt, mit dem, was mein Auge fesselte und meine Hand flink werden ließ. Sie füllen nun zwei weitere Aktenordner, und blättere ich hindurch, finde ich zu meinen Wegepunkten zurück.
Dieses noch hinein, und auf das hier mag ich nicht verzichten, …: Heruntergearbeitet bis auf 38!
Blätterte ich meinen Fundus erneut durch, ich bliebe wieder bei ganz anderen hängen. Diese Ordner, sie werden mir immer wieder wunderbare Geschichten erzählen!

Daheim, im stillen Kämmerchen…

archivieren

… öffne ich nun die Skizzen-Päckchen, lege die kleinen Kritzeleien nach Wegverlauf und Daten sortiert aus, schiebe sie in die Klarsichthüllen: Meran – Zagreb! Zwei Ordner, gefüllt nur mit Kulistrichen, aber bei ihrem Anschauen werden sie in meinem Innern lebendig, spiegeln sie mir Landschaft, Düfte, Gesichter und Gespräche herauf.

Und zwischen all den Kärtchen kleine Zettelchen, Notizen, Anschriften: zusammen gelegt warten sie darauf, dass ihr Inhalt seinen festen Platz im Wegarchiv findet.

Nachtrag zu Wien

Im Fernbus heimwärts versagte alles seinen Dienst, das Internet, der Akku des Handys, – und nicht zuletzt meine Fähigkeiten. So hole ich jetzt fix nach, was ich da eigentlich plante, hier einzustellen. Mein kurzer Gang durch Wien …

Nachtrag zu Zagreb

Ich schrieb es schon: während der Busfahrt vermochte ich es nicht, und am Abend in Wien verflogen die Stunden so rasch, war die Begegnung mit meiner wunderbaren Gastgeberin so spannend und intensiv, dass ich nur noch schnurrstracks in den Schlaf fallen konnte. HERRLICH!

Aber zum volleren, warmen Klang meines von mir erlebten Zagreb muss ich wenigstens noch ein paar Bildtöne hinzufügen, so will ich es nicht lassen. In den zwei Tagen habe ich kaum was von ihr gesehen, nur gerade mal durchs Schlüsselloch geschaut. Nun sitze ich schon länger und finde die rechten Worte nicht. So lasse ich es ohne. ZAGREB!

Glücklich heimgekehrt!

Der Fernbus, der in Budapest seine Fahrt Richtung Rotterdamm beginnt, brachte mich nach 14 1/2 stündiger Nachtfahrt von Wien nach Essen. Eine unruhige und nicht sehr komfortable Reise, aber ich wußte, an ihrem Ende würde ich zu Hause sein, – während doch für nahezu alle anderen Mitfahrenden, jeder einzelne Kilometer sie weiter von Zuhause forttrug.

Das Gehen des Weges, zu jedem Zeitpunkt war ich dankbar dafür, und nun, glücklich heimgekehrt, bin ich es ebenfalls.
Mit dem Ankommen werde ich mir Zeit lassen, denn etwas von mir kreist noch und kommt dann erst in den sachten Landeanflug. So bleibt das, was mir heimwärts vorauseilte, gerade weil es mir so lieb ist, erst mal ungeöffnet. Wie wunderbar, dem eigenen Tempo auch hier folgen zu können. Aus dem Gehen, das manchmal ein kraftvolles Schreiten war, wird nun ein Stehen, Innehalten, dann vielleicht ein Setzen,… still!

Mit Segen entlassen…

Wider Erwarten habe ich es geschafft, sitze tatsächlich im Fernbus nach Wien. Zum Abschied, noch einmal so wunderbar beschenkt. Erst tranken wir gemeinsam den hausgemachten Beeren-Grappa, dann gab mir der griechisch-katholische Priester den Segen mit auf den Weg. Geschwisterlichkeit? Du bist willkommen! Hätte es ein schöneres Schlußwort für meine Etappe geben können?
Zagreb und die Landschaft zeigen sich in strahlendstem Licht. Mit Wehmut schaue ich in die vorbeiziehenden Täler: ade! Bis bald? Bis bald!

Bilder erst abends, beim Fahren wird mir sonst übel.

Abschied in Zagreb

dank an petrus

Frei von jedem Druck, irgendetwas hier zu müssen, konnte ich wieder freier umhergehen, – und auch ein Stückchen fahren. Und zum Abschied ließ Petrus noch mal durchblicken, was er mir, vor allem in den Hügeln, ferne gehalten hatte! Ich war mir der Gunst immer bewußt, und sage tausend mal Dank!

Abschließend steht nun ein Walnuss-Grappe vor mir. Bestellt habe ich ihn in Erinnerung an Dada. Und so trinke ich auf ihr Wohlergehen! Möge sie gut durch die harte Zeit kommen! Und vielleicht dürfen wir uns in besseren Tagen für sie wiedersehen, das wäre wunderbar! Und dann gehe ich Gedanken zurück, rufe langsam einzelne Wegeengel auf. So sitze ich hier in einer ganz, ganz lieben Runde, umgeben auch von einigen, die dies hier lesen.

Werde taub und stumm

Nun geht irgendwie nichts mehr, es sind einfach zu viele Eindrücke. Um nicht weggespült zu werden senk ich den Blick, gehe langsam und zurückgezogen, werde taub. Ein Kaninchen könnte mich umpusten. Keine Zeichnung, wäre zu intensiv, auch kein Blick durch die Kamera, ganz reduziert alles, das kann ich nicht mehr tragen.- Nachdem ich mich frei gemacht habe von dem eigenen Anspruch, Zagreb möglichst umfassend mitnehmen zu wollen, wird mir wieder stabiler und fester. Still hier sitzen ist genug! Wieder gefunden!